küche ordnung anna bergner interior design

Wie organisiert man die Küche? Wie gute Ordnungssysteme den Alltag erleichtern 

Anna Bergner

Einrichtung ist meine große Leidenschaft – und genau deswegen ist Anna Bergner Interior Design entstanden. In meinem Blog findest du Interior Design Inspirationen und konkrete Einrichtungsideen – auch für kleine Räume und schwierige Grundrisse. Schau auch auf YouTube vorbei! Dort teile ich mein Wissen und exklusive Einblicke in meine Projekte.

YouTube anschauen
Mit den richtigen Hacks schaffst du dauerhaft Ordnung in deiner Küche.
Inhaltsverzeichnis

Wie schafft man es, dass der Kochbereich immer ordentlich und aufgeräumt ist? Welche praktischen Hacks gibt es, um Utensilien, Vorräte & Co. besser zu organisieren?

Die Küche ist vermutlich einer der meistgenutzten Räume in unserem Zuhause. Hier wird gekocht, gegessen, Kaffee gemacht, die Brotdose für die Kinder gepackt, der Einkauf abgestellt und manchmal auch noch die Post zwischengelagert. Kein Wunder also, dass gerade hier schnell Unordnung entsteht.

Dabei kann eine gut organisierte Küche deinen Alltag enorm erleichtern. Denn wenn du nicht ständig suchen, umräumen oder fünf Dinge aus dem Schrank holen musst, um an das sechste zu kommen, sparst du nicht nur Zeit. Du musst auch weniger nachdenken und weniger Entscheidungen treffen.

Und genau darum geht es bei guter Ordnung: Sie soll nicht nur schön aussehen. Sie soll deinen Alltag leichter machen.

Meine Top 3 Küchenhacks für mehr Struktur & Klarheit

  1. Küchenschränke sinnvoll nach Nutzung organisieren
  2. Funktionsbereiche schaffen – damit zusammenbleibt, was zusammengehört.
  3. Ordnungshelfer gezielt einsetzen und zwar erst nach dem (Aus-) Sortieren.

Wie du diese drei Tipps umsetzt und worauf es bei dauerhafter Ordnung sonst noch ankommt, erfährst du im Folgenden.

Küchenplanung und Ordnung gehören zusammen

Wenn eine Küche neu geplant wird, lohnt es sich, Übersichtlichkeit und Struktur von Anfang an mitzudenken. Wo wird später gekocht? Wo bereitest du Lebensmittel vor? Wo steht die Spülmaschine? Wo möchtest du Geschirr, Vorräte und Utensilien unterbringen?

Je kürzer und logischer die Wege sind, desto leichter lässt sich der Raum später nutzen – und auch ordentlich halten.

Ein einfaches Beispiel: Teller, Gläser und Besteck in der Nähe der Spülmaschine unterzubringen, macht das Ausräumen deutlich einfacher. Töpfe, Pfannen und Kochutensilien sind dagegen in der Nähe des Herds sinnvoll aufgehoben.

Klingt banal. Trotzdem sehe ich in meiner Arbeit immer wieder Küchen, in denen Dinge zwar einen festen Platz haben – aber nicht unbedingt den richtigen.

schlauchförmige, schmale wohnküche mit küchenzeile und esstisch
Bei der Einrichtung dieser kleinen Wohnküche fiel die Wahl auf eine einzeilige Kochzeile, um den schmalen Schlauchraum nicht zu überladen. Für eine 3-köpfige Familie ist das nicht unbedingt viel Stauraum. Daher ist ein durchdachtes System für alle Utensilien und Vorräte hier umso wichtiger.

Küche ausmisten: Wie gehe ich vor?

Bei der Küchenorganisation ist der richtige Platz wichtiger als irgendein fester Platz. „Alles braucht einen festen Platz“ ist einer der klassischen Ordnungstipps. Und grundsätzlich stimmt das auch. Aber ich würde aber noch einen Schritt weitergehen: Alles braucht einen sinnvollen festen Platz.

Frag dich deshalb nicht nur: Wo habe ich noch Platz für dieses Ding? Sondern: Wo benutze ich es? Wie oft brauche ich es? Und wie leicht muss ich drankommen?

Die Kaffeedose, die du jeden Morgen brauchst, sollte nicht ganz hinten im oberen Schrank stehen. Das Raclette-Gerät, das zweimal im Jahr zum Einsatz kommt, muss dagegen keinen wertvollen Platz in Griffhöhe blockieren.

Dinge, die du täglich nutzt, dürfen besonders leicht erreichbar sein. Dinge, die selten gebraucht werden, können weiter oben, weiter hinten oder in weniger komfortablen Bereichen untergebracht werden. (Oder gar im Keller oder der Kammer zwischengelagert werden!)

So entsteht eine Ordnung, die sich an deinem tatsächlichen Alltag orientiert – und nicht daran, wo zufällig noch etwas hineinpasst.

Küchenorganisation: Denk in Bereichen statt in einzelnen Schränken

Eine weitere Möglichkeit, mehr Struktur in den Raum zu bringen, ist das Denken in Funktionsbereichen: Alles, was du zum Kaffee- oder Teekochen brauchst, kann beispielsweise möglichst nah beieinanderstehen. Backzutaten und Backutensilien bilden einen Bereich. Vorräte einen anderen. Rund um den Herd befinden sich die Dinge, die du regelmäßig zum Kochen brauchst.

Das hat einen großen Vorteil: Du musst weniger suchen und läufst weniger durch den Raum. Gerade bei Dingen, die wir jeden Tag benutzen, machen diese kleinen Wege einen erstaunlichen Unterschied.

Beobachte dich ruhig einmal beim Kochen: Wie oft läufst du von einer Ecke in die andere? Wie viele Schränke öffnest du? Welche Dinge musst du erst zur Seite räumen, bevor du an das kommst, was du eigentlich brauchst?

Oft zeigen genau diese kleinen Reibungspunkte, wo deine Küchenorganisation noch nicht zu deinem Alltag passt.

Skandinavisch-minimalistische Essecke mit Küchenzeile und rundem Juteteppich unter dem Esstisch
Bei minimalistischen Interieurs wie dieser Wohnküche sind Struktur und Übersichtlichkeit besonders wichtig. In diesem quadratischen Raum konnten zwei Kochzeilen untergebracht werden, wobei die an der Fensterwand aufgrund von Spüle, Kühlschrank und Herd gar nicht so viel Stauraum bietet. Um die Arbeitsflächen weitestgehend freizuhalten, sind smarte Hacks für Vorratsschränke und Schubladen essentiell. Um den reduzierten Charakter der minimalistischen und gemütlichen Einrichtung etwas lebhafter zu halten, finden sich Bilder in Blockhängung sowie ein Küchenteppich aus Sisal auf dem Boden, der Wärme und Natürlichkeit verleiht.

Smarte Ordnungssysteme: Boxen, Drehteller und Co sinnvoll einsetzen

Natürlich können auch Ordnungshelfer einen großen Unterschied machen, wenn du deine Küche oder auch nur deinen Vorratsschrank organisieren möchtest. Aber – und das ist mir wichtig – sie sollten ein bestehendes Ordnungssystem unterstützen und nicht ersetzen.

Bevor du also einen Großeinkauf an Boxen und Organizern startest, überlege zuerst, was du tatsächlich besitzt, was davon bleiben soll und wo diese Dinge sinnvollerweise ihren Platz bekommen. Erst danach kommen die passenden Helfer ins Spiel.

Boxen und Körbe eignen sich zum Beispiel gut, um ähnliche Dinge zusammenzufassen. Gerade in tiefen Schränken verhindern sie, dass einzelne Packungen ganz nach hinten wandern und dort in Vergessenheit geraten. Boxen können einfach im Ganzen herausgenommen und durchgesehen werden.

Drehteller können praktisch für Öle, Essig, Gewürze, Soßen oder kleinere Vorräte sein. Statt mehrere Dinge herausnehmen zu müssen, drehst du einfach das nach vorne, was du gerade brauchst. Und das gilt auch für den Kühlschrank!

Bei sehr tiefen Küchenschränken können nachträglich integrierbare Schubladen im unteren Bereich oder Auszüge im oberen einen enormen Unterschied machen. Denn ein tiefer Schrank bietet zwar theoretisch viel Stauraum – praktisch ist der hintere Bereich aber häufig schlecht erreichbar. Ein Auszug bringt den Inhalt zu dir, statt dass du dich durch den halben Schrank arbeiten musst.

Auch Schubladeneinsätze und Unterteilungen können helfen, Kategorien klar voneinander zu trennen und dafür zu sorgen, dass Dinge nicht ständig durcheinanderrutschen.

Die entscheidende Frage lautet dabei immer: Löst dieser Ordnungshelfer ein konkretes Problem? Wenn die Antwort Nein lautet, brauchst du ihn wahrscheinlich nicht.

Mehr Stauraum ist nicht automatisch die Lösung

Gerade bei der Küchenplanung liegt der Gedanke nahe: Je mehr Stauraum, desto besser. Aber mehr Stauraum sorgt nicht automatisch für mehr System und Übersicht. Denn auch der größte Küchenschrank funktioniert irgendwann nicht mehr, wenn darin zu viele Dinge aufbewahrt werden oder niemand mehr weiß, was sich eigentlich ganz hinten befindet.

Deshalb gehört für mich zur Küchenorganisation auch die Frage: Was brauche und benutze ich wirklich?

Doppelte Küchenhelfer, längst abgelaufene Vorräte, Tassen, aus denen niemand gerne trinkt, oder Geräte, die seit Jahren nicht benutzt wurden, nehmen Platz ein, den du für die Dinge gebrauchen könntest, die deinen Alltag tatsächlich begleiten.

Bevor du also versuchst, noch mehr Stauraum herauszuholen, lohnt sich manchmal ein Blick auf das, was bereits darin steht.

wohnküche im industrial stil mit ikea-küche in anthrazit
Die kleine Wohnküche ist super kompakt und bietet doch genügend Stauraum. Bei der Einrichtung dieser Ferienwohnung fiel die Wahl auf IKEA-Hängeschränke und Küchenblock. Durch die vielen Schränke bleibt die Arbeitsfläche stets aufgeräumt – selbst, wenn man Gäste kommen, die länger bleiben und mehr Dinge unterbringen müssen als Kurzzeitgäste.

Warum das Chaos manchmal gar nichts mit der Küche zu tun hat

Ein Phänomen, das ich bei meiner Arbeit als Ordnungscoach immer wieder beobachte: In der Küche sammeln sich häufig Dinge, die dort eigentlich gar nicht hingehören: Die Post landet auf der Arbeitsplatte, die Kinder legen ihre Schulunterlagen auf den Esstisch und irgendwelcher Kleinkram sammelt sich neben der Kaffeemaschine.

Und natürlich kann man all das immer wieder wegräumen. Aber wenn die Dinge keinen anderen sinnvollen Platz haben, landen sie früher oder später genau dort, wo sie vorher lagen.

Deshalb lohnt es sich, bei solchen Unordnungs-Hotspots einmal genauer hinzuschauen: Warum landen diese Dinge eigentlich immer hier? Und wo könnten sie stattdessen einen festen Platz bekommen? Manchmal liegt die Lösung für mehr Struktur nämlich gar nicht in der Küche selbst.

Eine aufgeräumte Küche muss nicht perfekt aussehen

Bei Küchenordnung denken wir schnell an perfekt beschriftete Vorratsgläser, identische Boxen und Schubladen, in denen alles millimetergenau nebeneinanderliegt.

Kann schön sein. Muss aber nicht. Ein funktionierendes System erkennst du für mich an etwas anderem: 

  1. Du findest deine Dinge schnell. 
  2. Du kommst gut an sie heran. 
  3. Du kannst sie nach der Benutzung ohne großen Aufwand zurückräumen. 
  4. Und die Abläufe fühlen sich leicht an.

Vielleicht stehen deine Nudeln weiterhin in ihren Originalverpackungen im Schrank. Vielleicht sind deine Vorratsboxen nicht alle aus derselben Serie. Und vielleicht steht die Kaffeemaschine sichtbar auf der Arbeitsplatte, weil du sie jeden Tag benutzt.

Völlig okay. Denn das Ziel ist nicht die perfekte Kopie aus einem Wohnmagazin. Das Ziel ist eine Küche, die zu dir und deinem Alltag passt.

Über die Autorin

Jasmin von einzweiDinge ist Ordnungscoach in Berlin. Sie unterstützt Menschen vor Ort und Online dabei, eine Grundordnung und alltagstaugliche Strukturen für ihr Zuhause zu entwickeln – ohne Perfektionismus und vor allem ohne ständig wieder von vorne anfangen zu müssen. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel auszusortieren oder jedes Fach mit Organizern auszustatten, sondern darum, für die eigenen Dinge sinnvolle Plätze und Systeme zu finden, die im echten Leben funktionieren.

Häufige Fragen zur Küchenorganisation

Was hilft bei tiefen Küchenschränken und -schubladen?

Tiefe Schränke werden schnell unübersichtlich, weil Dinge im hinteren Bereich verschwinden. Ausziehbare Einsätze oder nachträglich integrierbare Schubladen können hier besonders hilfreich sein. Auch größere Boxen, die du komplett herausziehen kannst, erleichtern den Zugriff und sorgen dafür, dass du den vorhandenen Stauraum besser nutzen kannst.

Wie kann ich eine kleine Küche besser organisieren?

Gerade in kleinen Kochbereichen lohnt es sich, den vorhandenen Stauraum bewusst zu nutzen und regelmäßig zu prüfen, welche Dinge du wirklich brauchst. Häufig genutzte Gegenstände sollten leicht erreichbar sein, während selten Benötigtes weniger prominente Plätze bekommen kann. Entscheidend ist nicht, möglichst viel unterzubringen, sondern die vorhandenen Dinge so zu organisieren, dass deine täglichen Abläufe möglichst einfach werden.

Wie kann ich Schubladen organisieren?

Räume die Schublade vollständig aus und sortiere die Gegenstände nach Kategorien. Schubladeneinsätze helfen dir, alles übersichtlich zu verstauen. Häufig genutzte Dinge sollten leicht erreichbar sein, während du selten benötigte Utensilien weiter hinten aufbewahren kannst.

Wie räumt man nach Marie Kondo auf?

Bei der KonMari-Methode sortierst du deine Utensilien nach Kategorien statt nach Räumen. Sammle beispielsweise alle Kochutensilien oder Vorratsbehälter an einem Ort und entscheide bewusst, was bleiben darf. Anschließend bekommt jeder Gegenstand einen festen Platz.

Welche 11 Dinge sollte ich aus der Küche werfen?

Sortiere alles aus, was abgelaufen, beschädigt oder überflüssig ist. Dazu gehören alte Lebensmittel, ungenutzte Gewürze, beschädigte Vorratsdosen, überzählige Utensilien, unbenutzte Geräte, ungeliebtes Geschirr, leere Verpackungen und Kochbücher, die du nicht mehr verwendest. Entscheidend ist, was du wirklich brauchst und behalten möchtest.

Welche 10 Regeln für die Hygiene sind wichtig?

Wasche deine Hände gründlich, reinige Arbeitsflächen und Utensilien regelmäßig und trenne rohe von verzehrfertigen Lebensmitteln. Räume verderbliche Lebensmittel zügig in den Kühlschrank, kontrolliere die Kühltemperatur und wechsle Spüllappen sowie Geschirrtücher regelmäßig. Halte außerdem Kühlschrank, Mülleimer und Küchengeräte sauber.

Ich empfehle dir folgende Artikel