Morgens ist das Badezimmer einer der ersten Räume, die du betrittst, abends gehört es zu den letzten Stationen deines Tages. Hier machen wir uns fertig, kümmern uns um unsere Pflegeroutine und gönnen uns vielleicht zwischendurch eine kleine Auszeit. Umso schöner ist es, wenn dieser Raum Ruhe ausstrahlt und du dich gerne darin aufhältst.
Dabei braucht es für ein wohnliches und aufgeräumtes Badezimmer oft gar keine aufwendige Renovierung. Bei meinen Ordnungsprojekten bewirke ich den größten Unterschied, indem ich die Dinge auf den Oberflächen reduziere und liebevoll anrichte, die Dinge in Schränken und Schubladen reduziere und sinnvoll sortiere und Lieblingsteile bewusst in Szene setze.
Mit ein paar einfachen Schritten kannst du dein Bad übersichtlicher gestalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass es sich dauerhaft leichter ordentlich halten lässt.

1. Starte mit dem Reduzieren
In unseren Badezimmern sammelt sich erstaunlich viel an. Angefangene Cremes, Shampoo-Flaschen, Make-up, das irgendwann einmal gekauft wurde, und Produkte, die seit Monaten auf ihren Einsatz warten.
Ein guter erster Schritt ist deshalb, einmal gründlich auszusortieren. Du musst dafür nicht sofort das gesamte Badezimmer ausräumen. Nimm dir eine Kategorie nach der anderen vor und frage dich bei jedem einzelnen Produkt: Ist es abgelaufen? Nutze ich es tatsächlich? Würde ich es heute noch einmal kaufen?
Du musst nichts behalten, nur weil es mal teuer war. Das Geld ist schon ausgegeben und ungenutzte Produkte nehmen dir nur wertvollen Stauraum weg.
Abgelaufene Produkte dürfen direkt entsorgt werden. Was du seit langer Zeit nicht benutzt und vermutlich auch in Zukunft nicht verwenden wirst, darf ebenfalls gehen.
Allein diese kleine Runde schafft häufig erstaunlich viel Platz. Gleichzeitig bekommst du einen besseren Überblick über das, was tatsächlich vorhanden ist. Genau hier kannst du bereits einige Fehlkäufe für die Zukunft vermeiden, weil du deine Bestände wieder kennst.
2. Schaffe Kategorien
Wenn du deine Produkte aussortiert hast und nur noch das übrig ist, was du wirklich behalten möchtest, geht es an den nächsten Schritt: die Kategorisierung.
Dabei musst du kein kompliziertes Ordnungssystem entwickeln. Später kannst du bei Bedarf noch weiter ins Detail gehen, jetzt reichen grobe Kategorien völlig aus.
Je nach deinen persönlichen Bedürfnissen können das zum Beispiel sein:
- Haarpflege
- Haaraccessoires
- Gesichtspflege
- Make-up
- Zahnpflege
- Körperpflege
- Rasur
- Sonnenschutz
- Medikamente
- Reiseprodukte
Sammle jeweils alles zusammen, was zu einer Kategorie gehört. So erkennst du schnell, wie viel du von einem bestimmten Thema tatsächlich besitzt.
Gerade bei Kosmetik und Pflegeprodukten kann dieser Schritt einen kleinen Aha-Moment auslösen. Vielleicht hast du fünf Haarsprays, mehrere Tuben Handcreme oder deutlich mehr Lippenstifte, als dir bewusst war. Auch jetzt darfst du noch einmal reduzieren.

3. Räume mit System ein
Jetzt kommt der Schritt, der im Alltag den größten Unterschied macht: Jedes Produkt bekommt einen festen Platz.
Dabei gilt eine einfache Grundregel: Gleiches kommt zu Gleichem. Wenn sich alle Haaraccessoires an einem zentralen Platz befinden, findest du Haargummis, Haarspangen und Bürsten schneller wieder und musst weniger suchen.
Ordne deine Schränke und Schubladen außerdem nach der Häufigkeit der Nutzung. Dinge, die du jeden Morgen brauchst, sollten leicht erreichbar sein. Seltener genutzte Produkte wie Vorräte, spezielle Pflegeprodukte oder Reisegrößen können weiter oben oder unten in einem Hochschrank Platz finden.
Falls du Schubladen unter deinem Waschbecken hast, eignen sie sich ideal, um viele kleine Dinge übersichtlich zu verstauen. Kleine Boxen, zum Beispiel aus Acryl, helfen dabei, einzelne Kategorien voneinander zu trennen.
Eine Box kann beispielsweise dein Make-up aufnehmen, eine weitere die Zahnpflege und eine andere Haargummis und kleine Haaraccessoires. Dadurch bleibt alles an seinem Platz und du kannst auf einen Blick erkennen, was vorhanden ist.
Achte dabei auf die Größe der Boxen. Sie sollten zu deinen Schubladen passen und die vorhandene Fläche möglichst gut ausnutzen.
Auch in Schrankfächern und offenen Regalen können Boxen eine große Hilfe sein. Sie fassen einzelne Themen zusammen und sorgen für ein ruhigeres Gesamtbild.
Sehr praktisch sind Boxen auch für Produkte, die du nicht täglich benötigst. So kannst du beispielsweise eine Box für Vorräte, eine für Reiseprodukte und eine weitere für selten verwendete Pflegeartikel verwenden.
Achte darauf, dass du deine Kategorien nicht auf mehrere Schränke und Regale verteilst. Je klarer dein System aufgebaut ist, desto leichter fällt es dir später, die Ordnung beizubehalten.
Wichtig: Falls du Boxen kaufen möchtest, gehe unbedingt zuerst die ersten beiden Schritte an. Sortiere aus und verschaffe dir mit den Kategorien einen Überblick – erst dann weißt du, wie viele Boxen du tatsächlich benötigst. Miss den vorhandenen Platz in Schränken, Regalen und Schubladen aus und kaufe Boxen, die diesen Platz bestmöglich ausnutzen. Gerade im Bad bietet sich Kunststoff gut an: Falls etwas ausläuft oder abfärbt, kannst du sie einfach reinigen.
4. Beschrifte, was du von außen nicht erkennst
Beschriftungen sind immer hilfreich, wenn du Boxen verwendest. Ein kleines Etikett zeigt dir sofort, was sich darin befindet.
Das ist vor allem bei Vorräten und Dingen praktisch, die du nur gelegentlich benötigst. Auch wenn mehrere Personen das Badezimmer nutzen, können Beschriftungen den Alltag erleichtern. Jeder weiß, wo etwas hingehört, und das Zurückräumen wird deutlich einfacher.
Für deine Beschriftung gibt es viele Optionen: du kannst Tesafilm mit einem dünnen Permanent-Marker beschriften, ein blanko Etikett oder ein Beschriftungsgerät nutzen oder dir individuelle Beschriftungen aus Vinylfolie auf Etsy anfertigen lassen. Besonders stimmig wirkt es, wenn die Beschriftung einheitlich ist.

5. Mach es dir schön
Vor allem die Dinge, die täglich auf den Oberflächen stehen, haben einen großen Einfluss auf die Wirkung deines Badezimmers. Versuche deshalb, die Ablageflächen möglichst freizuhalten. Wähle bewusst aus, welche Dinge du griffbereit haben möchtest und welche Produkte besser in Schubladen oder Schränken aufgehoben sind.
Schöne Parfumflakons kannst du beispielsweise auf einem kleinen Tablett gruppieren. Auch deine Zahnbürsten wirken in einem hübschen Glas oder einem schönen Zahnputzbecher gleich viel ansprechender.
Ein paar bewusst ausgewählte Dinge können in deinem Bad einen großen Unterschied machen. Vielleicht ist es eine schöne Seifenschale, ein kleines Tablett, hochwertige und schön gefaltete Handtücher in deiner Lieblingsfarbe oder eine Pflanze, die sich im Badezimmer wohlfühlt.
Wenn das Chaos auf den Oberflächen verschwindet, können solche Dinge erst richtig wirken.
Ordnung, die sich leicht halten lässt
Die beste Ordnung ist immer die, die zu deinem Alltag passt. Ein System kann noch so schön aussehen, wenn du jedes Mal mehrere Handgriffe brauchst, um etwas wegzuräumen, wird es auf Dauer schwierig.
Wenn deine täglichen Produkte leicht erreichbar sind, deine Kategorien zusammenbleiben und jedes Teil einen festen Platz hat, wird Aufräumen zu einer kleinen Routine. Du musst dann nicht ständig neu überlegen, wo etwas hingehört.
Ein Tipp von mir: Halte dich an die 2-Minuten-Regel: Wenn etwas zwei Minuten oder weniger dauert, erledige es möglichst sofort. Dazu gehört, die Dinge an ihren Platz zurückzulegen, kleine Verschmutzungen direkt wegzuputzen oder das Waschbecken nach dem Händewaschen kurz mit einem Lappen trockenzuwischen. Du wirst sehen, dass solche kleinen Handgriffe mit weniger Dingen und einer klaren Struktur kaum noch Zeit kosten.
Fazit
Vielleicht stellst du nach dem Aufräumen deines Badezimmers fest, dass du eigentlich gar nicht so viel brauchst, um dich dort wohlzufühlen. Weniger Ballast, klare Kategorien und einige schöne Details reichen oft schon aus, damit aus einem vollgestellten Badezimmer ein ruhiger und harmonischer Raum wird.
Dabei muss Ordnung weder perfekt noch aufwendig sein. Wenn du eine Übersicht über deine Produkte hast, ihnen einen festen Platz gibst und deine Ablageflächen bewusst gestaltest, entsteht ein Bad, das sich leichter ordentlich halten lässt und gleichzeitig schön anzusehen ist.
Ordnung in deinem Bad sorgt nicht nur für mehr Platz in deinen Schränken, sondern auch für mehr Wohlbefinden und Ruhe in deinem Alltag.

Dorith Schumacher unterstützt als Ordnungscoach Menschen dabei, mehr Ordnung und Leichtigkeit in ihr Zuhause zu bringen.
Dabei geht es ihr nicht um perfekt durchgestylte Schränke oder darum, möglichst wenig zu besitzen. Sie entwickelt gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden Ordnungssysteme, die wirklich zum Alltag passen und sich langfristig gut anfühlen.
Ihr Ansatz ist geprägt von Empathie, Wertschätzung und einer guten Portion Realismus. Denn ein Zuhause darf gelebt werden und trotzdem ordentlich, übersichtlich und schön sein.
Wenn du dir Unterstützung dabei wünschst, dein Zuhause neu zu organisieren, findest du bei Dein Ordnungshelfer weitere Informationen zu ihrem Ordnungscoaching und ihren Angeboten.




